Nach hartem Training ist dein Immunsystem für ein paar Stunden kurz offline

Der Open-Window-Effekt ist ein normaler Anpassungsmechanismus. Aus dem Zeitfenster wird ein Problem, wenn es zur Dauerzone wird.

Das nennt sich Open-Window-Effekt. Unmittelbar nach einer intensiven Trainingseinheit sinkt die Zahl bestimmter Immunzellen im Blut vorübergehend. Der Körper hat gerade alle Ressourcen auf die körperliche Belastung ausgerichtet und hat kurzfristig keine Kapazitäten mehr, parallel Viren abzuwehren. Wer in diesem Fenster in einer U-Bahn sitzt, Hände schüttelt oder sich in einer schlecht belüfteten Umkleidekabine aufhält, hat ein messbar erhöhtes Infektionsrisiko.

Das ist kein Konstruktionsfehler. Es ist Teil des Anpassungsmechanismus. Nach einigen Stunden reguliert sich das Immunsystem zurück, und wer regelmäßig moderat trainiert, hat langfristig ein stärkeres Immunsystem als jemand, der gar nichts tut.

Das Problem entsteht, wenn das Zeitfenster zur Dauerzone wird. Chronische Überlastung, zu wenig Regeneration, zu viele intensive Einheiten hintereinander - dann kippt die Akutreaktion in eine anhaltende Immunschwäche. Der Körper bleibt im Dauerstress, die Abwehr bleibt unten.

Wer sich nach jeder zweiten Trainingseinheit erkältet, sollte das nicht als Pech verbuchen. Es ist ein Signal, das der Körper sehr klar sendet.

Die Frage ist, ob man es liest.

← Zurück zu Schritt 5: Ausdauer