Das Sportlerherz ist kein Kompliment, es ist eine Warnung

Ein vergrößertes Herz gilt in der Sportwelt als Zeichen von Leistung. Es ist auch ein Risikofaktor.

Ein vergrößertes Herz gilt in der Sportwelt als Zeichen von Leistung. Wer jahrelang hart trainiert, dessen Herz passt sich an: Es pumpt mehr Blut pro Schlag, die Vorhöfe weiten sich. Das klingt nach Effizienz. Es ist auch ein Risikofaktor.

Bei übermäßig intensivem Ausdauertraining kann das Herz strukturell so stark verändert werden, dass die Vorhöfe nicht mehr synchron mit den Kammern arbeiten. Das Ergebnis ist Vorhofflimmern, eine Herzrhythmusstörung, bei der das Herz unkoordiniert pumpt, zu wenig Blut transportiert und durch entstehende Blutgerinnsel das Schlaganfallrisiko steigt.

Das trifft keine Couch-Sitzer. Es trifft genau die Menschen, die ihren Körper jahrzehntelang an seine Grenzen gebracht haben: Marathonläufer, Triathleten, ambitionierte Radfahrer.

Der entscheidende Punkt: Für Freizeitsportler, die zwei- bis dreimal pro Woche moderat trainieren, ist das kein relevantes Risiko. Die Schwelle liegt deutlich höher. Wer aber das Training dauerhaft auf Profisportniveau betreibt, ohne Profi zu sein, kann ein Herz produzieren, das sich irgendwann gegen ihn wendet.

Mehr Training ist nicht immer mehr Gesundheit. Das Herz kennt die Grenze. Der Ehrgeiz meistens nicht.

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