Der genaueste Herzrisiko-Test in deinem Haushalt kostet drei Euro und liegt in der Nähkiste

Ein Schneidermaßband ersetzt in der Aussagekraft die Waage und den BMI deines Hausarztes.

Ein Schneidermaßband, drei Euro im Kurzwarenhandel, misst dein Herzinfarktrisiko präziser als jede Waage und besser als der Body Mass Index deines Hausarztes. Es tut das, indem es zwei simple Zahlen liefert: den Bauchumfang auf Höhe des Nabels und den Hüftumfang an der breitesten Stelle. Das Verhältnis der beiden ist die einzelne Zahl, die in Langzeitkohorten am zuverlässigsten mit koronarer Herzkrankheit, Vorhofflimmern und Gesamtsterblichkeit korreliert.

Für Männer wird es ab einem Wert von 0,9 riskant. Für Frauen ab 0,85. Ein Bauchumfang über 102 Zentimeter bei Männern und über 88 bei Frauen ist unabhängig davon ein Warnsignal. Das sind keine Näherungswerte, sondern harte Grenzen aus epidemiologischen Studien mit hunderttausenden Probanden über Jahrzehnte.

Der Grund, warum Hausärzte diese Messung selten selbst durchführen, ist banal. Sie dauert etwas länger als die Waage und ist schlecht abzurechnen. In der Selbstmessung zuhause fällt das weg. Wer einmal im Quartal misst und die Zahl in einer Notiz-App festhält, hat einen präziseren Blick auf sein Herz als der Nachbar, der jede Woche auf die Waage steigt.

Anleitung: Maßband auf Höhe des Nabels waagerecht um den nackten Bauch legen, ausatmen, nicht einziehen, ablesen. Dann auf Höhe der breitesten Stelle über dem Becken. Bauchumfang durch Hüftumfang teilen. Das war der ganze Test.

Das billigste Diagnoseinstrument in deinem Haushalt liegt seit Jahren ungenutzt neben den Knöpfen.

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