Er hat den regelmäßigen Sport vermisst.
Das ist die vergessene Seite der Minimaltrainings-Debatte. Krafttraining ist nicht nur eine Frage der Muskelanpassung. Es ist eine Frage des wöchentlichen Rhythmus, der Ausschüttung von Dopamin nach der Anstrengung, des mentalen Zustands nach der Dusche, der körperlichen Wachheit am Rest des Tages.
Wer alle zwei Wochen ein Zwanzig-Minuten-Programm absolviert, kriegt möglicherweise die Muskeln, aber verliert die restlichen Effekte.
Der Körper reagiert auf regelmäßige Bewegung mit einer Kaskade neurochemischer Reaktionen. Endorphine, Serotonin, gesenkte Cortisol-Grundspannung, verbesserte Schlafqualität. Diese Effekte sind an die Frequenz gebunden, nicht an das Volumen.
Wer Minimaltraining als Ausweg aus dem Fitness-Studio-Zwang begreift, sollte diese Rechnung mitmachen. Ja, ein Satz alle zwei Wochen erhält die Muskulatur. Nein, ein Satz alle zwei Wochen erhält nicht die Stimmung. Der Ausgleich muss von woanders kommen.
Ohne diesen Ausgleich fehlt am Ende nicht die Kraft, sondern der Grund für den Tag.