Der Bizeps interessiert sich nicht dafür, ob die Last aus einer 300 Euro teuren Kurzhantel kommt oder aus dem eigenen Körper an einer Klimmzugstange. Er reagiert auf mechanische Spannung, sonst nichts.
Diese Einsicht macht den Studiovertrag zu einem großen Teil überflüssig. Was ein Mensch mit einem stabilen Türrahmen, dem Boden und einer geraden Wand zuhause an Muskelreiz erzeugen kann, entspricht in weiten Teilen dem, was er im Studio mit Geräten erreicht.
Die Bedingung ist: Die Übung muss so lange durchgezogen werden, bis die Muskulatur wirklich versagt. Nicht bis man müde wird, sondern bis die nächste sauber ausgeführte Wiederholung physisch nicht mehr möglich ist.
Genau an dieser Bedingung scheitern die meisten Heimtrainings. Nicht am fehlenden Gerät, sondern an der fehlenden Kompromisslosigkeit. Wer Liegestütze macht und aufhört, wenn es unangenehm wird, hat nicht mit dem eigenen Körpergewicht trainiert. Er hat sich bewegt. Das ist etwas anderes.
Das eigentliche Trainingsgerät steht nicht im Studio, sondern zwischen den Ohren des Trainierenden.
Wer die Bereitschaft mitbringt, den Muskel wirklich an seine Grenze zu bringen, braucht kein Abonnement, sondern einen Boden. Wer diese Bereitschaft nicht mitbringt, kann auch mit hundert Geräten nichts erreichen, was seine Muskeln beeindrucken würde.