Wer den Blutdruck senken will, hört vom Arzt meist zwei Dinge: mehr Ausdauersport und weniger Salz. Beide Ratschläge sind richtig. Das interessantere Ergebnis liegt woanders: isometrisches Training.
Isometrisch heißt, der Muskel hält Spannung, ohne sich zu bewegen. Die klassische Übung dafür ist der Unterarmstütz, also die Plank. Zwanzig bis sechzig Sekunden, saubere Position, mehrmals pro Woche. In der ausgewerteten Studienlage sank der obere Blutdruckwert im Schnitt um etwa 8 mmHg, der untere um etwa 4 mmHg. Zum Vergleich: Ausdauertraining schafft ungefähr die Hälfte davon, klassisches Krafttraining etwas weniger.
Warum dieses Ergebnis so wenig bekannt ist, hat einen unbequemen Grund. Es lässt sich schlecht in Fitnessstudio-Angebote oder Sportmarketing übersetzen. Eine Übung ohne Bewegung, ohne Gerät, ohne Kurs, ohne Trainer. Der wirtschaftliche Anreiz, das zu bewerben, geht gegen null.
Wer regelmäßig planked, produziert eine Blutdrucksenkung, für die andere ein blutdrucksenkendes Medikament nehmen.
Die Übung, die überall geht, in jeder Kleidung, ohne Ausrede, ist genau die eine, die auf dem Papier am meisten liefert.