Die Angst vor der schlaflosen Nacht ist die zuverlässigste Methode, eine zu bekommen

Der stabilste Weg in die Schlaflosigkeit ist nicht die eigentliche Sorge, sondern die Sorge vor der Sorge. Die Meta-Angst - also die Angst vor der Angst.

Wer um 22 Uhr denkt "hoffentlich schlafe ich heute besser als gestern", hat den ersten Baustein für die nächste durchwachte Nacht bereits gelegt. Das Gehirn interpretiert diese Sorge als Signal, dass etwas Wichtiges bevorsteht, und schaltet in Alarmbereitschaft. Alarmbereitschaft ist der biologische Gegenpol zum Schlaf.

Die eigentliche Sorge - die um Beziehungen, Arbeit oder Geld - sitzt eine Schicht darüber. Wer sie aufschreibt und deponiert, hat einen Teil des Problems gelöst. Wer aber gleichzeitig fürchtet, nicht schlafen zu können, hat das nächste Problem darunter aktiviert. Diese Ebene ist die eigentliche Bühne der chronischen Schlaflosigkeit.

Schlafmediziner beschreiben das als klassischen Rückkopplungs-Kreis: Eine schlechte Nacht erzeugt Angst vor der nächsten, die Angst erzeugt Schlafverhinderung, die verhinderte Nacht bestätigt die Angst. Der Kreis ist geschlossen, und die eigentliche Ursache ist längst nicht mehr die ursprüngliche Sorge.

Der Ausstieg ist unbequem: den schlaflosen Nächten ihre Bedrohlichkeit nehmen. Wer nachts wach ist, geht am Tag darauf trotzdem ins Büro, funktioniert, überlebt. Der Körper regeneriert unvollständig, aber er scheitert nicht.

Der Feind der Schlaflosigkeit ist nicht das Wachliegen. Es ist die Bedeutung, die man ihm verleiht.

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