Für die Heizkostenrechnung ist die Doppelverglasung gut. Für die Mitochondrien ist sie ein Problem. Infrarot und die vollen Wellenlängen des Tageslichts kommen kaum noch bis zur Haut.
Mitochondrien reagieren auf rotes und nahinfrarotes Licht mit erhöhter ATP-Produktion. Das ist keine Wellness-Vermutung, sondern messbar. In einem Raum hinter energieeffizienten Fenstern erreichen die relevanten Wellenlängen die Haut kaum noch. Der Körper sitzt zwar im Licht, aber im biologischen Halbdunkel. Er zieht daraus keinen Nutzen.
Dazu kommt das Blaulichtproblem am Abend, das inzwischen jeder kennt. Das eigentliche Defizit liegt aber tagsüber. Wer sich als Büromensch am Fenster wähnt, denkt, er habe genug Licht getankt. Er hat vor allem gedämpftes Weißlicht bekommen, ohne die spektralen Anteile, die den Körper wirklich anschalten.
Die Empfehlung, mindestens 15 Prozent der wachen Zeit im Freien zu verbringen, klingt nach Ratgeberliteratur. Sie ist eher eine Reparaturanweisung. Es geht nicht um Vitamin D allein. Es geht darum, den Zellkraftwerken das Signal zurückzugeben, das sie in modernen Gebäuden verloren haben.
Das Fenster spart dir Heizkosten. Es kostet dich Amplitude.