Drei Gläser Wein pro Woche und ein Wochenende, das erst um Mitternacht anfängt. Die Rechnung wird nicht aufgehen, auch nicht mit einem 150 Euro teuren Serum aus der Apotheke.
Was Hautärzte in ihren Sprechstunden sehen, ist selten eine Frage falscher Produkte. Es sind falsche Prioritäten. Die Haut ist ein biografisches Dokument. Sie speichert Sonnenstunden, Zigaretten, Zuckerkonsum, Schlafmangel. Jeder Millimeter Gesicht ist ein Kassenzettel aller Entscheidungen der letzten fünfzehn Jahre.
Der Kosmetikmarkt lebt davon, dass wir das nicht glauben wollen. Weil eine Creme kaufbar ist. Ein früher Feierabend nicht. Ein 100-Euro-Tiegel wirkt wie eine Absolution ohne Beichte: kaufe Produkt, ignoriere Ursache. Der Handel mit schlechtem Gewissen ist ein Milliardengeschäft in cremiger Verpackung.
Das teuerste Serum ist ein Placebo gegen den eigenen Lebensstil. Der Badezimmerschrank hilft nicht. Die Küche hilft. Das Schlafzimmer hilft.