Skinimalism ist keine Bewegung, es ist der Rückzug aus einem verlorenen Krieg

Wer wöchentlich Pflegeprodukte wechselt, glaubt nicht an Hautpflege, sondern an Werbung. Die Industrie profitiert davon, dass der Badezimmerschrank alle drei Monate umgebaut wird.

Jedes neue Wundermittel setzt die Uhr auf null zurück. Jeder Wechsel bedeutet, dass die Haut nie erfährt, was ein Produkt eigentlich leisten könnte, wenn man es acht Wochen konsequent benutzt.

Der neue Trend heißt Skinimalism - der Zusammenzug aus "Skin" (Haut) und "Minimalismus" - und wird von der Kosmetikindustrie gefeiert wie ein Vegetarier von Metzgereien: sehr höflich, aber nicht ehrlich. Denn Skinimalism ist nichts anderes als die späte Einsicht, dass drei Produkte reichen und siebzehn Verwirrung stiften.

Die drei-Produkte-Routine

Alles andere ist Beschäftigungstherapie. Das neue Serum mit Superfoods aus dem Amazonas oder das Peeling mit fermentiertem Reis lösen kein Problem, das nicht schon vor zehn Jahren gelöst war. Sie lösen ein Marketing-Problem der Marke, nicht ein Haut-Problem der Käuferin.

Skinimalism ist keine ästhetische Wahl, sondern die logische Erkenntnis nach jahrelangem Produktwechseln ohne Ergebnis. Wer weniger tut, gibt der Haut die Chance, überhaupt zu reagieren.

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