Das ist kein Streit über Dosierungen, Qualität oder Einnahmedauer. Es ist eine Frage der Physik. Kollagenmoleküle sind schlicht zu groß, um durch die äußeren Hautschichten zu dringen. Dort, wo sie wirken müssten, kommen sie nicht hin. Das gilt für Cremes genauso wie für kürzere Kollagenketten, sogenannte Peptide, für die es ebenfalls keine überzeugenden Nachweise gibt.
Das eigentlich Interessante daran ist nicht, dass das Produkt nicht wirkt. Es ist, dass der Fehler im Grundprinzip liegt, nicht in der Ausführung. Kollagen kommt natürlicherweise nicht in den äußeren Hautschichten vor, sondern in den tieferen. Ein Stoff, den man auf die Oberfläche aufträgt oder der über den Magen-Darm-Trakt in den allgemeinen Blutkreislauf gelangt, hat keine spezifische Adresse. Er landet nicht gezielt dort, wo Bindegewebe abgebaut wurde.
Wer das weiß, betrachtet die Produktversprechen anders. Nicht als übertriebene Marketingaussagen, die vielleicht ein bisschen stimmen. Sondern als Verkaufsargumente für etwas, das anatomisch nicht funktionieren kann.
Den Unterschied zu kennen kostet nichts. Das nächste Kollagenprodukt auch.